Steuerliche Konsequenzen bei Unfällen mit dem Firmenwagen

hintergrund sind die Regelungen in den Lohnsteuer-Richtlinien 2011. Das Grundprinzip: Unfallkosten zählen nicht mehr zu den Gesamtkosten des Firmenautos, die mit der üblichen Besteuerung der Firmenwagen abgegolten sind. Das Finanzamt fordert Einkommensteuer, wenn der Chef die Unfallkosten eigens bezahlt.

Wenn der Fahrer eines Dienstautos einen Verkehrsunfall verursacht, muss mit dem Finanzamt rechnen. Eine kleine Unachtsamkeit bzw. ein Fahrfehler und schon hat es „gekracht“. Doch was tun, wenn der Unfall ausgerechnet mit dem Firmenwagen passiert ist? Wer muss für den entstandenen Schaden aufkommen?

Die Unfallkosten stellen steuerlich einen geldwerten Vorteil dar

In der Praxis übernimmt der Unternehmer die Kosten eines Unfalles und verzichtet auf Schadensersatzansprüche gegenüber dem Arbeitnehmer. Der Fiskus sieht darin einen geldwerten Vorteil für den Beschäftigten. Die Unfallkosten sind wie zusätzliches Gehalt zu versteuern, unabhängig davon, ob die Fahrtenbuchmethode oder die Ein-Prozent-Regelung als Ermittlungsmethode gewählt wurde.

Laut Steuerberater Michael Mittmann, werden die Kosten als einmaligen Bezug der Lohnsteuer unterworfen, was zu erheblichen fiskalen Mehrausgaben führen kann

Ausgenommen sind Kosten eines Unfalles bei beruflich veranlassten Fahrten, genauer gesagt bei Fahrten einer Auswärtstätigkeit oder auf dem Weg zur Arbeit. Ebenso verfährt das Finanzamt bei höherer Gewalt oder wenn eine dritte Person den VKU verursacht hat. Ist jedoch Trunkenheit im Spiel kennt auch bei Dienstfahrten die Steuerbehörden kein Pardon.

Um die fiskale Zusatzbelastung nach einem Verkehrsunfall mit dem Dienstwagen möglichst gering zu halten, sollten Arbeitgeber entschlossen auf eine Bagatellregelung achten, denn selbige mindert die steuerlichen Konsequenzen von Unfallkosten. Verbleiben nach Abzug etwaiger Versicherungserstattungen noch Kosten von bis zu eintausend Euro netto, können diese weiterhin in die Gesamtkosten einbezogen werden. Wenn der Arbeitgeber die Unfallkosten übernimmt, ist die Bagatellregelung in aller Regel zu nutzen.

Arbeitgeber und deren Mitarbeiter sollten sich rechtzeitig mit dieser besonderen Unfallproblematik bei Dienstauto und deren steuerlichen Konsequenzen auseinandersetzen, um die Gefahren einzugrenzen.

Für rechtlich verbindliche Auskünfte, diese Problemstellung betreffend ist es ratsam, seinen persönlichen Steuerberater zu befragen. Insbesondere aufgrund der sich ständig ändernden Rechtssprechung ist dies sinnvoll.

Quelle: AssComapct / Juli 2011