Im Ausland richtig versichert

Wer auswandern oder im Ausland arbeiten wollte, war eine von den Versicherungen kaum beachtete Randgruppe. Wer Anfang der 90er Jahre eine längere Auslandsreise plante und eine Versicherung im Krankheitsfall abschließen wollte, hatte es schwer, die richtige zu finden.

Doch im Zeitalter der Globalisierung finden auch diese Absicherungsbedürfnisse immer mehr Berücksichtigung. Mittlerweile gibt es immer mehr Assekuranzen, die gute und auch weltweit gültigen Versicherungsschutz anbieten.

Doch trotz der wachsenden Bedeutung der Auslandsdeckung gibt es immer noch einige Versorgungslücken, die sich Auswanderer nicht bewusst sind. So versichern die meistenVersicherungen nur einen Zeitraum von 42 bis 56 Tage im Jahr. Berufliche Aktivitäten sind oft gar nicht abgedeckt. Viele sind auch der Meinung, dass man innerhalb von Europa mit der europäischen Gesundheitskarte abgesichert ist. Das ist ein Irrglaube, denn nicht in allen Ländern besteht freie Arztwahl und außerdem erstattet die gesetzliche Krankenkasse hierzulande lediglich solche Leistungen, für die sie auch in Deutschland aufkommen würde.

Das hat zur Folge, viele Auswanderer bleiben im Aufenthaltsland auf ihren Kosten sitzen. Wer also für längere Zeit einen Auslandsaufenthalt plant, sollte eine hierfür spezielle private Auslandskrankenversicherung abschließen. Das Aufnahmealter ist jedoch mit 65 Jahren begrenzt.

Die Angebote für eine Auslandskrankenversicherung variieren sehr stark, ein gewissenhafter Blick in die Tarife der Versicherung lohnt sich. So gibt es Versicherungen, die nur einen Basis-Schutz anbieten und somit viele Behandlungen nicht versichert sind, so wie z.B. Behandlungen in der Schwangerschaft oder auch zahnärztliche Behandlungen.

Ein Leistungsmerkmal gewinnt immer mehr an Bedeutung: Patientenrechtsschutz. Ca. 15 Millionen Patienten erleiden in Europa gesundheitliche Schäden aufgrund einer falschen Behandlung. Zurückzuführen ist dies zum einen auf sprachliche Verständigungsprobleme und zum anderen sind die medizinischen Standards unterschiedlich.

Erkrankungen vor Reiseantritt

Die meisten Anbieter schließen im Vorhinein bekannte Erkrankungen vom Schutz aus. Wer also ständig Medikamente einnehmen muss,dem sollte klar sein, dass vor Reisebeginn vorhersehbare Folgebehandlungen und -medikamente nicht unter den Krankenversicherungsschutz fallen. Unter den Versicherungen gibt es auch solche, die Krankheiten und Gebrechen vom Versicherungsschutz ausschließen, die in den letzten 3 bis 6 Monaten vor Reisebeginn ärztlich behandelt wurden.